Einen Podcast ablesen oder frei sprechen – Vor und Nachteile – Gibt es überhaupt Regeln?

Es gibt unterschiedliche Wege um einen Podcast aufzunehmen. Die einen schwören auf den frei gesprochenen Podcast mit jedem Atmer, Schmatzer und Huster.

Ich habe es jedoch in meiner Ausbildung zum Mediengestalter im öffentlich rechtlichen Radio anders gelernt. 

Ich weiss noch gut, als ich Azubi im Radio war, wieviel Mühe sich die Tontechniker und die Journalisten gegeben haben um überzählige Atmer aus dem Tonband rauszuschneiden.

Damals im Jahr 2001 war es noch aufwändiger als heute.

Mit einer Tonbandmaschine und einem Tonband Schneidegerät waren meine Kollegen oft über eine Stunde beschäftigt Sprachaufnahmen in eine ordentliche Form zu bringen.

Auch heute bin ich selbst als Podcaster immer noch bemüht, diesen Qualitätsstandard, den ich damals mitbekommen habe, für meine Arbeit aufrecht zu erhalten.

Sicherlich entwickelt jeder Podcaster im Laufe der Zeit ein sicheres Gefühl darüber, wie sich eine gute Aufnahme anhören muss und wie sie richtig geschnitten gehört.

Natürlich muss man es nicht übertreiben. Wenn man jeden Atmer rausschneidet, dann kann eine Aufnahme schnell atemlos wirken.

Jeden Atmer und Schmatzer drin zu lassen halte ich jedoch auch nicht für richtig.

Es kommt natürlich immer auf den Zusammenhang an.

Bei Live Interviews würde ich auch in der Regel nicht rumschneiden.

Es genügt eine gute EQ Einstellung und etwas Kompression.

Es gibt im Podcasting unterschiedliche Herangehensweisen und Podcast Formen.

Wie im Radio auch unterscheidet man zwischen geschnittenem Beitrag und einer Live Sendung.

Viele Podcaster nehmen Ihren Podcast Live auf. Wie eine Live Sendung im Radio.

Es ist klar, dass dort keine Schere angesetzt werden muss.

Dies ist natürlich auch produktionsfreundlich. Vorspann und Abspann drunter. Hochladen. Fertig.

Ich persönlich schätze diese Podcast Form sehr. Für mich ist jedoch ein geschnittener Beitrag einfacher zu produzerien. Besonders wenn man nur kurze Zeitintervalle für eine ruhige Aufnahme hat, bieten sich kurze Podcast Beiträge von 4-6 Minuten sehr gut an.

Man hat den Podcast in wenigen Minuten aufgenommen. Den Text lese ich im Augenblick meist von meinen Blog Posts ab.

Der Schnitt dauert in der Regel ca. eine halbe Stunde. Die Fertigstellung und Mischung mit der Intro und Outromusik ist in wenigen Minuten erledigt.

Und so komme ich relativ schnell zu einer neuen Podcast Episode, die von meinen Hörern und Hörerinnen konsumiert werden kann.

Aber es gibt im Podcasting keine Regeln. Ich höre mir selbst sehr gerne Podcasts an, die eine halbe Stunde dauern oder sogar noch länger sind.

Meist ist es so, dass die längeren Podcasts frei gesprochen werden und kürzere Podcast Beiträge gelesen werden.

 

Ich nehme das mal das heute Journal oder die Tagesthemen als Beispiel.

Wenn dort ein Journalist einen Kommentar vorträgt, dann ist dieser zu 100% abgelesen, von einem Teleprompter.

Mich hat das jedoch noch nie gestört. Manchmal ist es wichtig, viel Information, verständlich in eine kurze Form zu bringen.

Es gibt übrigens Pocast Formate, die ich klasse finde, die sogar über eine Stunde gehen.

Hier ein sehr guter Podcast zum Thema Online Journalismus

CRE: Technik, Kultur, Gesellschaft ist ein unregelmäßig erscheinender Interview-Podcast.

Schlussendlich zählt im Podcasting die Vielfalt. Optimal ist es unterschiedliche Beitragsformen bedienen zu können.

Egal ob frei gesprochen oder abgelesen, entscheidend ist das Ziel, die bestmögliche Podcast Qualität zu erreichen.

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